Geheime Gesellschaften, Verbindungen und Orden - Geschichte, Ziele und Einflüsse
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- Amazon-Verkaufsrang: #258689 in Bücher
- Veröffentlicht am: 2003-03-01
- Originalsprache: Deutsch
- Einband: Gebundene Ausgabe
- 1160 Seiten
Aus der Amazon-Redaktion
Kurzbeschreibung
Ausgehend von den elitären Priestergemeinschaften der alten Ägypter, den verschiedenen griechischen und römischen Mysterien, den jüdischen Essäern und keltischen Druiden schlägt der Autor einen weiten Bogen über das Mittelalter bis hin zu neuzeitlichen Verbindungen. - Eine historisch fundierte Gesamtdarstellung vor dem geschichtlichen Hintergrund der jeweiligen Epoche.
Kundenrezensionen
Vor 100 Jahren hochaktuell
Das Buch von Schuster ist ein Reprint. Das ist nicht negativ, wenn man es vor Kauf weiß.
Schuster hat ausgezeichnet recherchiert, war ein großer Sachkenner, aber alles, was er geschrieben hat, hat heute nur noch historischen Wert.
Als kgl. preuss. Archivrat hatt Schuster Zugang zu Informationen über alle Männerbünde aus der Antike bis zur Neuzeit. Insofern stellt das Buch ein Standardwerk dar für jeden historisch Interessierten. Es umfaßt den gesamten Erdkreis, also auch historische ausländische Geheimbünde, sogar in Asien und Amerika.
Nur wenige der dargestellten Organisationen bestehen noch heute, aber diese haben sich natürlich verändert. Über die Entwicklung der letzten 100 Jahre erfährt man naturgemäß nichts. Die Grundlage z.B. der Freimaurerei hat sich nicht geändert, aber die Arbeitsweise und vor allem die Zusammensetzung der Logen. "Geheimbünde" freilich waren zumindest die Freimaurerlogen auch im Kaiserreich nicht. Sie hatten hingegen prächtige Logenhäuser und die Honoratioren der Gesellschaft zählten zum Mitgliederkreis. Über die heutige völlig veränderte Struktur der Großlogen in Deutschland steht nichts in dem Buch.
Dennoch historisch ein wertvolles Buch, das für den historisch Interessierten eine Fundgrube zuverlässiger Informationen ist.
Der Vernunft einen Hebel,
hat der Georg Schuster mit seinem Werk gegeben. Vom Abelsorden, bis zu den Zirkelern sind hier sämtliche Verschwörer beispielhaft gegliedert aufgeführt nachzuschlagen. Ob sich zusammen gefunden wurde um die verkommene Moral aufzupolieren, oder um schlicht zu erpressen und zu rauben, ob vereinzelte Irrlichter auf dem Gebiet der Wissenschaft Anhänger um sich zu scharen suchten, oder ob religiöse Eiferer ganzen Völkern das Wasser in die Augen trieben. Von der ägyptischen Priesterschaft, bis zu den russischen Anarchisten; - hier sind sie alle versammelt. Und zwar ohne, dass der Autor jemanden dabei enttarnen müsste. Gelehrt und weitgehend wertfrei schildert er vor dem jeweiligen zeitgeschichtlichen Hintergrund die Entstehungsgeschichte, soweit sie fundiert nachvollziehbar ist, jedes Zusammenschlusses, sowie desweiteren dessen Niedergang oder eben Fortbestehen. Und eben hier liegt das eine Manko des Bandes, der fünf Bücher zusammen fasst. - Eines ist zu wenig. Denn was Schuster als die "neueste Zeit" bezeichnet ist, im günstigsten Fall, nun auch schon wieder gut einhundert Jahre her. - Die Zeit eben, da die Erstauflage erschienen ist. Und so steht der Text denn auch in der Art zu lesen wie um die Jahrhundertwende geschrieben worden ist. Für heutige Verhältnisse höchst gewöhnungsbedürftig. Wer sich allerdings erst einmal daran gewöhnt hat, wird überrascht sein welchen Ideen, im Lauf der Zeit mystifizierte Vereinigungen entsprungen sind. Vermittels der beachtlichen und, nebenbei bemerkt, stets durch Quellenangaben dokumentierten Recherchenarbeit Georg Schusters wird deutlich, wie sich je nach den sich ändernden Verhältnissen in der Einflußsphäre einer Vereinigung, sich auch deren Anliegen anzupassen vermögen, oder auch nicht, und sie damit in jedem Fall ihre Bestimmung verliert. Schuster spricht dabei dem Katholizismus nicht weniger Vernunft zu oder ab, als dem Islam, oder den Naturreligionen. Den Pythagoräern werden ihre Erkenntnisse nicht minder angerechnet als den Alchimisten, ebenso wenig wie beiden ihre Verirrungen. Und die Nihilisten finden kein besseres oder schlechteres Licht als die Rosenkreuzer. Alleine die Vernunft dient als Richtschnur in diesem umfassenden Werk. Allerdigs wie man die Frage beantworten soll, wie vernünftig es sei sich etwa stereotypen Zwiegesprächen mit einem senilen Zeremonienmeister hinzugeben, oder sich ehrenhalber gar ganze Extremitäten amputieren zu lassen, muss jeder für sich selbst beantworten.
Jedenfalls finde ich es höchst aufschlussreich über solche Rituale, die teilweise im Wortlaut wiedergeben sind, als auch über die Abstufungen der Rangordnungen in den einzelnen geheimen Gesellschaften, Verbiundungen und Orden, zu lesen.
Reise in die Welt der geheimen Gesellschaften
Okay, das Buch ist ein Nachdruck und deshalb nicht mehr auf dem neuesten Stand. Trotzdem fand ich die Beschreibung von Verbünden in der Chronologie ihres Welterscheinens sehr interessant. Vielleicht war es gerade dieser doch etwas ungewöhnlich Schreibstil, welcher heutzutage nicht mehr politisch-korrekt wäre, aber mich irgendwie an Karl May erinnert hat und so spannend lasen sich dann teilweise auch einige Beschreibungen.
Was mich etwas störte ist die doch sehr subjektive Darstellung der Gesellschaften, was weit entfernt von einer neutralen, wissenschaftlichen Abhandlung liegt. Findet man dies bei sicherlich nicht so ernst zu nehmenden Vereinigungen wie den Rosenkreuzern nicht so schlimm, finde ich die sehr negative Beschreibung der Jesuiten (im Gegensatz dazu die positive der Freimaurer und Illuminaten) doch sehr einseitig. Aber vielleicht ist gerade diese Subjektivität das Besondere an dem Buch.

