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Der Vatikan: Geschichte einer Weltmacht im Zwielicht

Der Vatikan: Geschichte einer Weltmacht im Zwielicht
Von Klaus-Rüdiger Mai

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  • Amazon-Verkaufsrang: #178101 in Bücher
  • Veröffentlicht am: 2008-07
  • Originalsprache: Deutsch
  • Einband: Gebundene Ausgabe
  • 512 Seiten

Aus der Amazon-Redaktion

Kurzbeschreibung
Der Vatikan: Mythos, Macht und Wirklichkeit der mächtigsten und undurchsichtigsten Institution auf diesem Globus

Der Vatikan ist Symbol für Politik und Macht der katholischen Kirche. Seit über 2000 Jahren nimmt sie weltweit entscheidenden Einfluss auf Politik und Leben von Milliarden von Menschen. Sie ist Keimzelle größter humanitärer Unternehmungen, Hort bedeutendster Kulturgüter, eine der einflussreichsten Finanzmächte dieses Globus. Aus der Geschichte ist diese Weltmacht ebenso wenig wegzudenken wie aus der Gegenwart. Doch die katholische Kirche ist nicht unfehlbar: Scheiterhaufen, Fälschungen, Auftragsmorde und Vetternwirtschaft sind die düsteren Kapitel der Geschichte des »Gottesstaates«.

Dr. Klaus-Rüdiger Mai, Biograph von Papst Benedikt XVI. und Autor des internationalen Bestsellers »Geheimbünde«, durchleuchtet kompetent, kritisch und unabhängig die Geschichte der sichtbaren und unsichtbaren Machtstrukturen und Aktivitäten der allgegenwärtigen Institution Kirche. Bislang einzigartig behandelt »Der Vatikan« die gesamte Zeit von den Anfängen bis in die jüngste Gegenwart und bleibt dabei dennoch äußerst pointiert, kompakt und immer fesselnd.

Umfassend, kompakt, gut lesbar!

Über den Autor
Klaus-Rüdiger Mai studierte Germanistik, Geschichte und Philosophie in Halle-Wittenberg und arbeitete als Regisseur und Autor für das Theater. Über viele Jahre war er als Drehbuchautor, Dramaturg und Produzent von Fernsehproduktionen tätig. Im Gustav Lübbe Verlag erschien von ihm »Benedikt XVI. Joseph Ratzinger: sein Leben - sein Glaube - seine Ziele« (2005) und »Geheimbünde - Mythos, Macht und Wirklichkeit« (2006). Zu einer ARD-Dokumentation über Papst Benedikt XVI. im Jahre 2007 schrieb er das Drehbuch.


Kundenrezensionen

Der Genius Loci - der Geist des Ortes - des "Transitraums der Ewigkeit"4
"Der Vatikan - das ist eine außerordentlich vitale Einheit von menschlichem Leben und lebender Architektur, genauer, der einzige Ort, an dem mit Stein, Mörtel, Macht, menschlichen Schicksalen und Weltpolitik gebaut wurde und wird. Den Vatikan verstehen zu wollen heißt, ihn in all diesen unterschiedlichen Materialien, die ihn ausmachen wahrzunehmen.", so beginnt Klaus-Rüdiger Mai sein Sachbuch über eine Weltmacht: die des Glaubens, die jedoch wegen mangelnder Transparenz und einer mehr als wechselvollen Geschichte heutzutage in einem schummrigen Zwielicht steht.

"Klar" sind eigentlich nur die Konturen dieses vierundvierzig Hektar großen Zwergstaates, die zwar hinter einer großen Mauer verborgen gelegen, aber von der Kuppel des Petersdomes für jedermann einsehbar sind. Dieser überschaubare Gebäudekomplex scheint in einem geradezu umgekehrten Verhältnis zu seiner Macht zu stehen, über die sich die meisten von uns keine Vorstellungen machen können. Unbestritten jedoch haben die Vorgänge im Vatikan deutliche Auswirkungen auch auf das Leben von Nichtkatholiken.

Klaus-Rüdiger Mai, der bereits ein Buch über den derzeitigen Papst (Benedikt XVI: Joseph Ratzinger: sein Leben - sein Glaube - seine Ziele) schrieb und zu einer ARD-Dokumentation über selbigen das Drehbuch lieferte, ist dem Mythos zumindest näher gekommen. Er wirft einen fundierten, kritischen, aber doch wohltuend unabhängig-nüchternen Blick auf den Staat, "der ganz aus einem unauflöslichen Gewebe aus Gestern und Heute, aus Geschichte und Gegenwart, aus Ewigkeit und Endlichkeit besteht" und dessen Genius Loci, der Geist des Ortes, all jene erwartet, die hierher kommen, egal ob berufen oder beworben, denn geboren wird hier niemand. Und eben jener Genius Loci lässt vielleicht den einen oder anderen Menschen, der hier arbeitet, eine Frage des russische Dichters Boris Pasternak gar nicht so unglaubhaft erscheinen: "He, ihr da draußen, welches Jahrhundert haben wir eigentlich?"

Nicht zuletzt haben zahlreiche Romane oder Thriller, die in den Mauern des Vatikans spielten, ihn zum Ort von List, Intrige und rücksichtslosem Machtmissbrauch eines anonymen, dunkel-schaurigen Verschwörerzirkels alter Männer, zum erstickenden Gefängnis und Grabmal für lebende Tote gemacht. Doch dem Autor gelingt es - immer an der Wahrheit interessiert -, dass man sich von diesen Märchen löst und das päpstliche Verwaltungszentrum als "eine zuweilen höchst unvollkommene Bürokratie, die in seltsamer Parallelität zu ihrer Zeit lebt" wahrnimmt.

Spekulationen schließt er von vornherein aus. Mai ist sich sicher, dass man den Vatikan nur aus seiner Geschichte heraus verstehen kann und diese entblättert er fundiert und akribisch vor dem Leser. Auch wenn einem auf Grund der Vielzahl an Namen und Daten zuweilen der Kopf schwirrt, so ist sein Sachbuch eine Reise von "der Stunde Null", von der Kreuzigung Jesus' und der Verbreitung seines Glaubens durch seine Jünger, besonders jedoch des Shim'ôn, einem galiläischen Landsmann - seines Zeichens Fischer (Ursprung des päpstlichen Fischerringes) -, dem Jesus den Beinamen Kephas (griechisch Petros, lateinisch Petrus) verlieh und dessen Gebeine letztendlich die Errichtung des Petersdoms bewirkten, bis hin in die aktuelle Gegenwart.

Der Autor nimmt den Leser mit auf einen Weg, der manches Mal ein äußerst gefährlicher Pass, ein anderes Mal eher ein schlammiger Trampelpfad war, gesäumt bisweilen mit solch Grausamkeiten wie der Hexenverbrennung im Namen der Heiligen Inquisition, Auftragsmorden, Vetternwirtschaft und Fälschungen, Inzest, Sodomie oder die fürchterlichen Glaubenskriege, die Europa über Jahrhunderte hinweg erschütterten.
Jahrhundert für Jahrhundert schreitet der Lesende diesen mitunter literarisch anstrengenden, zuweilen ermüdenden, aber gut strukturierten historischen Weg und lernt so die einzelnen Päpste - neben der Entstehung und der Entwicklung des katholischen Glaubens - beinahe persönlich kennen.
Ein zwanzigseitiger Anhang, der die Hauptzweige der christlichen Kirche schematisch darstellt und ihre größten Glaubensrichtungen kurz erläutert sowie eine chronologische Liste aller Päpste ergänzen das opulente Sachbuch.

Letztendlich gestattet sich Klaus-Rüdiger Mai noch einen Ausblick in die Ewigkeit des Vatikans und stellt sich die hypothetische Frage, ob diese alte Institution in Zukunft noch einen Platz hat. Eines ist auf alle Fälle belegt und so endete Mais "Geschichte einer Weltmacht im Zwielicht": "... der Vatikan ist immer für eine Überraschung gut."

Fazit:
"Der Vatikan ist der Ort der Geschichte und der Geschichten schlechthin. Seine Wände haben alles gesehen, was man sehen kann, seine Türen alles gehört, was man hören kann, und seine Fußböden alles ertragen, was man ertragen kann: Glück und Gier, Macht und Schwäche, Hurerei und Enthaltsamkeit, Treue und Verrat, Liebe und Hass, Triumph und Verzweiflung, Gleichgültigkeit und Sorgen." Klaus-Rüdiger Mai hat versucht, in dessen steinernen Buch zu lesen und es kompetent, spannend, abenteuerlich und ausführlich zu entziffern und zu analysieren. Eine vollständige Dechiffrierung wird wohl keinem weltlichen Bürger möglich sein.

Das Buch gibt einen guten und nicht einseitig kritischen Einblick in eine "außerordentlich vitale" Organisation des Glaubens4
Der Autor Klaus-Rüdiger Mai ist im Thema Katholische Kirche kompetent. Im Jahr 2005 schrieb er kurz nach dessen Wahl zum Papst eine Biographie von Joseph Ratzinger: "Benedikt XVI. Joseph Ratzinger. Sein Leben - Seine Ziele" die sehr beachtet wurde und ihm wohl auch den Drehbuchauftrag für eine ARD -Dokumentation über den Ratzinger-Papst im Jahr 2007 einbrachte.
Dazwischen publizierte der sehr produktive Autor ein Buch über "Geheimbünde - Mythos, Macht und Wirklichkeit".
Der Vatikan, die Macht- und Schaltstelle der katholischen Kirche ist zwar kein Geheimbund, doch er hat die Phantasien und Vorstellungen der Menschen seit Jahrhunderten bewegt. Er ist eine Weltmacht des Glaubens, die wegen ihrer fehlenden Transparenz und einer nicht immer ruhmreichen Geschichte heutzutage nicht nur bei den Kirchenkritikern immer wieder im Zwielicht der Auseinandersetzungen steht.

Klaus-Rüdiger Mai legt gleich zu Beginn des Buches Rechenschaft ab über seine Arbeitsweise:
"Der Vatikan - das ist eine außerordentlich vitale Einheit von menschlichem Leben und lebender Architektur. Genauer der einzige Ort, an dem mit Stein, Mörtel, Macht, menschlichen Schicksalen und Weltpolitik gebaut wurde und wird. Den Vatikan verstehen zu wollen heißt, ihn in allen diesen unterschiedlichen Materialien, die ihn ausmachen, wahrzunehmen."

Mai distanziert sich von all den mit hohen Auflagen erfolgreichen Thrillern a la Dan Brown, die den Vatikan als einen Ort der Intrige, Lust und des Machtmissbrauchs dargestellt haben und so nach Meinung des Rezensenten nicht unwesentlich zu einer mittlerweile völlig unhistorischen, von Verschwörungstheorien in billigstem amerikanischen Stil geprägten Vorstellung bei einem großen Teil der Leser dieser in Millionenauflage erschienenen Schundwerke führten. Er sagt, man kann den Vatikan nur von seiner Geschichte her verstehen und stellt sie deshalb in seinem Buch ausführlich und genau dar. Er nimmt seine Leser mit auf einen interessanten, nicht selten schwierigen Weg durch de Jahrhunderte von den Anfängen der Jesusbewegung, über die frühe Kirche, das Mittelalter, die Hexenverbrennungen und die Inquisition bis hin zur Neuzeit.

Es ist eine großartige und materialreiche Einführung nicht nur in die Kirchengeschichte , sondern auch in das, was diese Organisation letztlich gegründet hat und prägt: den christlichen Glauben.

Faktenreich, seriös und unterhaltsam5
In seinem Buch erzählt Klaus Rüdiger Mai die Geschichte der ältesten Weltmacht, nämlich des Vatikans. Wer seine Klischees über den Vatikan innig liebt, egal ob positiv oder negativ, weiß oder schwarz, sollte das Buch nicht in die Hand nehmen. Wer aber der historischen Wahrheit auf die Spur kommen will, dem sei das Buch angeraten, denn Mai betrachtet den Vatikan in Geschichte und Gegenwart, wird ihm doch die Historie zum Mittel, den Vatikan zu begreifen. Das alles ist gut informiert und wissenschaftlich seriös, dabei aber nie langweilig. Die Lektüre stellt eine wahre Zeitreise durch 2000 Jahre Geschichte dar. Bei manchen Themen hätte ich gern länger verweilt, aber dann wäre das Buch vermutlich doppelt so dick geworden und es stellt ja auch keine geringe Leistung dar, die ganze Geschichte kompakt darzustellen, ohne daß die Menschen, die diese Geschichte gemacht haben, zu kurz kommen. So ist Der Vatikan. Geschichte einer Weltmacht im Zwielicht ein Geschichts- und ein Geschichtenbuch gleichermaßen. Und man sollte das Buch schon ganz gelesen haben, bevor man Behauptungen darüber in die Welt setzt, wie archimedes. Die Klischees, von denen er übrigens keines zumindest beispielhaft benennt (warum wohl?), konnte ich im Buch nicht finden, dafür umso mehr Wahrheit, auch wenn sie zuweilen schmerzhaft sein mag.
Ein Buch für alle, die sich ihr eigenes Urteil bilden wollen. Ein Buch für Selberdenker.